Ich melde mich aus dem schönen Aix-en-Provence.
Nach einigen Turbulenzen (nur so als Beispiel: Als ich mit meiner family in Nürnberg ankomme, stelle ich fest, dass ich mein Ticket für die Busfahrt Nürnberg – Aix vergessen habe……ahhhhhhh!!!!!....) bin ich in meinem Zimmer im jüdischen Zenrum – Centre Darius Milhaud (Dieser Mensch war ein jüdischer Komponist. Die jüdische Gemeinde in Aix umfasst übrigens ca. 600 Familien, die meisten davon stammen aus Nordafrika; die Gemeinde in Marseille ist um einiges größer)– angekommen. Ich habe ein kleines Appartement mit Mini-Küchenzeile und eigenem, recht großen Badezimmer. Im Haus, das direkt neben der Synagoge in der Rue de Jérusalem steht, wohnen noch neun andere Menschen, die meisten französische Studenten, zwei sind Israelis. Das heißt ich spreche hier so gut wie nur Französisch. Ein paar Wenige wollen ab und zu ihre Deutsch-Kenntnisse an mir testen :).
Die Innenstadt von Aix ist wirklich niedlich, im Zentrum „La Rotonde“, ein Kreisverkehr mit Brunnen, sehr hübsch, und von dort ausgehend die „Cours Mirabeau“, eine sehr schöne, große Fußgängerzone, von der ganz ganz viele kleine malerische Gässchen abgehen. Alles aber sehr schnell zu durchblicken, auch mit schlechtem Orientierungssinn.
Zu meiner Uni laufe ich vom Centre aus ca. 20 Minuten. An der Uni war ich aber bisher noch gar nicht soooo oft, da ich in den ersten Tagen noch ziemlich damit beschäftigt war, im französischen Alltag anzukommen, und mir mein Zimmer ein bisschen wohnlich zu machen, da hier außer ein paar Möbeln gaaar nüscht stand. Also nich´ mal `n Teller, `n Topf oder `n Löffel. Auch sonst war am Anfang nicht alles so optimal: Verschimmelter Duschvorhang, Heizung kaputt. Aber gut, wurde mittlerweile alles geregelt.
Ich habe bisher zwei Kurse besucht: Einen am Germanistik-Institut (ich muss da einen Kurs belegen, sagt Erasmus), da habe ich „Der deutsche Film“ gewählt (meine Erasmus-Koordinatorin wollte mich in „Deutsche Denker“ oder so ähnlich stecken, aber ganz ehrlich, Texte von Kant, Nietzsche, Hegel oder Freud finde ich schon auf Deutsch nicht gerade einfach, und dann das ganze auf Französisch ------- äh, nein! :), die erste Sitzung war echt ganz interessant, sowie auch der Kurs „Vergleich von heutigen europäischen Gesellschaften“. Allerdings gehen hier die Veranstaltungen viel länger als bei uns, meistens drei volle Stunden, manchmal sogar vier… Diese Woche werde ich mir meine Judaistik-Kurse suchen.
Dann mache ich wahrscheinlich noch einen Französisch für Ausländer Kurs, mein Französisch ist doch ein wenig eingerostet, wie ich merke. Gut also, dass ich (noch) nicht in die Erasmus-Falle getappt bin, ich werde im Centre echt ganz gut auf Französisch beschallt. Die meisten Franzosen zeigen sich zwar von meinen Französischkenntnissen absolut begeistert, allerdings hängt hier die Messlatte auch ein wenig tiefer :)… Die meisten sprechen… na ja Französisch eben. Und vielleicht ne Handvoll Englisch. Oder ne Handvoll Spanisch. Wenn ich mich mit ihnen unterhalte, beteuern sie ständig, dass sie sich z.B. auf Englisch niemals so gut verständigen könnten. Und sie zeigen sich noch begeisterter darüber, dass ich neben Französisch auch noch Deutsch, Hebräisch und Englisch spreche. Ich traue mich dann schon gar nicht mehr, zu erzählen, dass ich ein bisschen Spanisch kann und zwei Semester Russisch belegt habe :). Schon lustig, die Franzosen.
Am Freitag Abend war ich beim Rabbi und seiner Familie zum Schabbatgebet und – essen eingeladen. Das war wirklich schön, natürlich auch sehr religiös. Ich kam mir zwar ein bisschen komisch vor, als mir die 7-jährige Tocher (eines der sechs Kinder!) zeigen musste, auf welcher Seite wir uns im Gebetsbuch befinden :), aber nun gut, klar dass ich nicht so gut bescheid weiß, wie das Kind eines Rabbiners – ich war wirklich beeindruckt, die Kiddies können fast alle Gebete etc. auswendig. Der Abend war auf jeden Fall sehr angenehm und entspannt und es gab sehr leckeres Schabbat-Essen.
Der Rabbi scheint richtig „cool“ und locker zu sein, er ist noch recht jung, und organisiert auch viele Veranstaltungen für die Jugend der Gemeinde. Nächste Woche wird zum Beispiel ein Karaoke-Abend stattfinden. Vielleicht gehe ich sogar hin, mal schauen. Obwohl das Repertoire wohl fast nur aus Französischen Liedern bestehen wird. Jaja, die Franzosen :).
So, dies war also eine kleine Zusammenfassung meiner ersten Woche in Frankreich…
Gehabt euch wohl und bis bald.
Rachelie
nur so :)
Nachtrag von heute = Freitag:
Dieser Eintrag ist schon ein paar Tage alt, da ich in meinem Zimmer leider kein Internet habe und die letzten Tage mit einer Angina flach lag… Bin immer noch krank, aber der Alltag bleibt deswegen ja nicht stehen, sprich ich muss Kurse besuchen. Mittlerweile habe ich alle meine Kurse gewählt, fünf Stück an der Zahl, ich glaube, damit bin ich inklusive Vor- und Nachbereitung relativ ausgelastet. Bis auf einen 1,5-stündigen Kurs gehen alle drei Stunden. Aber nächste Woche habe ich eine Woche Ferien, da kann ich mich auskurieren.
Und hier noch, wie gewünscht, ein paar Photos von meinem Zimmer. Hoffe man kann sich ein bisschen ein Bild machen. Ist schon ziemlich grau, habe versucht es mit ein paar Photos und Postkarten gemütlicher zu gestalten. Werde noch schauen, dass ich ein paar hübsche Poster beschaffe.
Eingang in mein Zimmer. Wenn man links aus der Tür raus geht, ist das Bad, geradeaus meine Eingangstür, rechts ein Kleiderschrank
meine hübsch mit Davidstern vergitterten Fenster (rechts daneben befindet sich noch eins)... direkt gegenüber ist die Synagoge. Unter diesem Regal steht ein Schreibtisch
P.S.2. Gerade war ich das erste Mal in der Bib und habe mir ein Buch für meinen Judaistik-Kurs ausgeliehen, da fällt mir doch ein Buch von "unserm" Peter Schäfer in die Hand (und die Auswahl is nich sooo groß)... Und man darf hier in der Bib ESSEN... also natürlich nich zwischen den Regalen, aber an den Arbeitsplätzen, und man muss gar nix umständlich einschließen, alles darf mit rein *freu* :).





4 Kommentare:
Juhu!
Hab grade ganz gespannt gelesen und geschaut! Macht nen guten Eindruck, dein Zimmer, sauber und neu! Aber recht petit, oder? Ich hoffe, die Heizung geht wieder und du musst nicht mehr frieren! Hast du noch Kontakt mit der Familie, bei der du die ersten Tage warst? Sind deine Nachbarn nett? Ich freu mich auf baldiges Skypen!
LG
Die Hanni
hey, wie schön, was von dir zu lesen... und vor allem zu sehen. man, hast du ein schönes zimmer! es war auf jeden fall die richtige entscheidung, das zu nehmen, denke ich. wann kann ich dich denn mal über skype erreichen? können ja auch mal einen termin ausmachen.. oder mal gruppenskypen ;-)
hab sich sehr sehr lieb
deine ela
Hallo ihr chéries :).
auch schoen, von euch zu hoeren!
Mein Zimmer ist schon relativ klein, aber voellig ok :). Heizung geht und ich hoffe, bald wieder richtig gesund zu sein... Die Familie sehe ich noch ab und zu. Die Mutter ist superlieb, und hat mich auch mit Extra-Handtuechern und Bettwaesche und anderem Kram ausgestattet.
Skypen klingt super! geht halt nich spontan, denn ich muss immer an die Uni, aber is kein Problem, wenn ich bescheid weiss, ich lauf so 20 Minuten hin.
Diese Woche vielleicht am Donnerstag? Eher nachmittags...?
Und Skype-Party klingt auch toll!!
bisou
ohoo, salut.. j'ai à l'instant remarqué que t'as écrit de nouveau sur ton blog.. génial!! hehe... et merci pour les images.. formidable..!! est-ce que tu as aussi déjà fait des bons rencontres avec des gens, des croissants et.. uuhhh.. les pains au chocolats!! ils me manquent.. donne mes saluts à eux et.. manges-les..! je vais le suivre.. je t'embrasse!
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