Mittwoch, 25. April 2007

Yom Ha'azma'ut = Unabhaengigkeitstag

Gestern war Unabhaengigkeitstag, das ganze Land hat den 59. Geburtstag des Staates Israel gefeiert! Fuer gewoehnlich ist an diesem Tag Grillen angesagt (schon wieder essen... ;-), und so auch bei uns. Alles Kusenngs und sonstige Verwandte sind bei meiner Oma zusammengekommen und es war ein sehr schoener und froehlicher Tag im Kreise der Familie. Ausserdem ist das ganze Land schon eine Woche vorher mit der isralischen Flagge und mit blau-weissen Baendern geschmueckt!

Hier ein paar Impressionen:





Alle sind satt und gluecklich... ;-)











Patriotisch...










Mit Ro'i, dem Freund meiner Cousine Dorin.












Kusenngs beim Posen! Aber Achtung: Der Typ ganz rechts hat sich nur in die Kusenng-Bande eingeschichen ;-)!













Gestern abend hat's mich nordwaerts gezogen, ich bin zu meiner Tante Eti gefahren und verbringe zur Abwechslung eine eher gechillte Zeit in ihrem ruhigen Doerfchen. Die meiste Zeit bin ich mit meiner Cousine Renen unterwgs. Morgen fahren wir nach Caesaria, ans Meer und zum Amphitheater und Ausgrabungsstaetten aus Roemertagen. In ein paar Tagen geht's dann noch weiter in den Norden, nach Haifa.



So, morgen muss ich frueh raus und es ist schon nach 1.

Gute Nacht euch allen,
Rachelie

Mittwoch, 18. April 2007

In Israel...

...wird staendig gestreikt: Schulen, Post, Behoerden, Aemter, Flughafen... Sie wechseln sich staendig ab (und manchmal streiken sie auch alle zusammen!)
...lautet der inoffizielle Strassenverkehrskodex:
* Jeder macht das, was er will!
* Die Hupe ist das wichtigste Instrument!
* Wer nicht mitfliesst hat Pech!
...geht gerade die Kakerlaken-Zeit los (und ich HASSE die Viecher! Gebt mir Spinnen, gebt mir Kaefer, Skorpione, sonstige Krabbelviecher - aber bitte keine Kakerlaken!!! Ich sag nur uaeehh-baeehh! *g*) Noch sind sie klein und haben keine Fluegel, aber bald, sehr bald...
...wird eine Fahrt von ca. 20 Minuten schon als ziemlich lang empfunden.
...haben viele Menschen ihr Handy ganz stylish um den Hals haengen ;-)
...sind Busfahrplaene unnoetig: Du gehst einfach zur Bushaltestelle und wartest auf den naechsten Bus. Falls Busfahrplaene vorhanden sind, so besagen sie: "Linie 9: 1-2 mal in der Stunde" oder "Linie 2: 3-4 mal in der Stunde".
...hoert man auch im Sommer ab und zu mal "Jingle Bells" als Klingelton (und das ist seeehr strange!)
...kennt man Sarah Connor ;-)
...finden ganz viele Leute, "Findet Nemo" sei bloss ein bloeder Kinderfilm (ohne ihn je gesehen zu haben!!!) *grummel*

...to be continued...
Sonstige News von mir nach einigen Tagen Internet-Abstinenz: Hab fuer kurze Zeit als Kassierin im Supermarkt (in der Gemueseabteilung, lecker!) gearbeitet. Doch ohne israelischen Perso hab ich keine Arbeitserlaubnis. Wenn ich mir aber einen ausstellen lasse, bedeutet das theoretisch, dass ich hier lebe => ich "darf" zur Armee!!! Naja, da heisst es eben Prioritaeten setzen.
So gebe ich weiterhin(fast) jeden Nachmittag meinen kleinen Cousinen 2.Grades (oder so?!) Shir'el und Awi'a Englisch-Nachhilfe. Die sind sooo mega-schnuffig. Sie gehen in die 3. und 4. Klasse, das heisst 1. und 2. Jahr Englisch. Und sie sind voll motiviert.
Bis bald!

Donnerstag, 12. April 2007

Geburtstach

Hallo Schnuffis!
Danke nochmal fuer all eure Geburtstags-Gruesse, ob nun per mail oder per Telefon, hab mich sehr gefreut!!! Jetzt will ich euch auch erzaehlen, wie ich meinen Geburtstag verlebt habe:
Der Tag war wirklich sehr schoen, wenn auch so ganz anders als meine Geburtstage in Deutschland - sehr spontan, ungeplant, leicht chaotisch... Am Abend des 8. sind wieder viele Verwandte zu meiner Oma gekommen, da dies der 2. Pessach-Feiertag war. Mein Lieblings-Cousin Kobi war leider nicht mit am Start, denn er musste zurueck zur Armee :-(. Wir sind dann sehr spaet ins Bett und dementsprechend spaet auch wieder aufgestanden. Nachdem so gegen 12 Uhr Mittags mein Cousin Yakir und ich die einzigen wachen (wenn auch nicht unbedingt fitten) Wesen waren (ausser meiner Oma und Tante), haben wir uns irgendwie die Zeit vertrieben: Wir haben viel Kaffee getrunken, ich habe ihm beigebracht, "Wonderful tonight" auf Gitarre zu spielen, er hat mit mir ein wenig Hebraeisch lesen geuebt ("Tom Sawyer") und wir haben uns ein wenig mit Gartenarbeit beschaeftigt (strange, was? musste an Hannah denken ;-). Naja und so verging die Zeit bis alle Schlafmuetzen aus den Betten gekrochen waren. Zwischendurch kamen noch entferntere Verwandte vorbei, also meine Grosscousinen z.B.
Ich hatte eigentlich Grundschulfreundinnen von mir eingeladen, doch leider mussten sie mir kurzfristig absagen, da ihr Auto stehen geblieben war und -da Feiertag- keine Busse fuhren. Aber David, ein Studienfreund von Thomas aus Karlsruhe, der z.Z. in Tel Aviv studiert, kam vorbei und durfte meine chaotische (aber herzliche) Familie kennenlernen.
Spaeter am Tag holte ich bei meiner Schwester Nati (sie wohnt mit ihrem Freund drei Fussminuten von meiner Oma entfernt) den Geburtstagskuchen ab - und er war noch nicht angeknabbert ;-). Ich hatte ihn dort deponiert, da ihr Kuelschrank im Gegensatz zu dem meiner Oma ziemlich leer ist. Aber wer glaubt dass ich nun endlich zum Kuchenessen kam (es war schon nach 16 Uhr), der taeuscht sich! Da alle so spaet aufgestanden waren, wollten sie erstmal Mittag essen :-(. Naja und da ich meinen Kuchen doch nicht alleine mampfen wollte, holte ich mir auch ne Portion Reis! So gegen 18 Uhr durfte ich den Kuchen dann eeeendlich anschneiden *g*!
Und am spaeten Abend bekam ich dann ganz unerwartet noch ne richtige Party, die jedoch ganz anders war als jede Party auf der ich bisher war: Ich begleitete sehr spontan Nati und ihren Freund Eli zu seiner Familie, bei der ein Riesenfest im Gange war. Die "Mimouna" (sprich Maymuna)! Es ist ein Brauch der Juden aus Nordafrika (hauptsaechlich Marokko), das Ende von Pessach mit einem grossen Fest zu feiern. Wow, war das ne Party! Mit leckerem Essen (natuerlich!), arabischer Musik in voller Lautstaerke, Bauchtanz, traditionellen Kostuemen und Hueten aus Marokko! Die Tuer stand offen und Nachbarn kamen zum Mitfeiern, das war echt toll und ein super Ausklang meines Geburtstags! Ich hab die Photos leider noch nicht bekommen, da ich nicht selber photographiert habe, aber sobald es soweit ist, lass ich euch daran teilhaben!

Bleibt rockbar!
Eure Rachelie

Sonntag, 8. April 2007

Pessach II und viiiiieles mehr!

Hallo ihr Lieben!
Die Zeit vergeht und vergeht. Sie rast dahin, ich weiss nicht wohin! Es ist so viel passiert, wo soll ich nur anfangen. Ah ja, vielleicht einfach da, wo ich aufgehoert habe:

Pessach: Wir haben den ersten Feiertag in einer entspannten Atmosphaere hinter uns gebracht, zwar zunaechst mit Turbulenzen - wir konnten erst 2 Stunden spaeter als geplant mit allem beginnen, da 3 meiner Cousins/inen nicht dran gedacht haben, dass ab ne bestimmte Uhrzeit kein Taxi mehr faehrt und wir sie noch abholen mussten - aber das ist normal hier und ich war so ziemlich die Einzige, die schon puenktlich fertig und dann genervt war... Mein Grosscousin David hat zum ersten Mal bei uns gefeiert und den Platz eingenommen, an dem sonst immer mein Onkel sass. Wir haben traditionelle Lieder gesungen und lecker gegessen - Fisch, Lamm, Reis, undundund - spaeter habe ich Gitarre gespielt, danach haben wir Kusennggs getanzt und zum Schluss habe ich noch bis um 6 Uhr in der Frueh mit meinem Cousin gequatscht. Es war wirklich sehr sehr schoen! Heute Abend beginnt dann der zweite Feiertag und morgen Abend ist Pessach vorbei! Dann darf ich endlich wieder Fladenbrot essen, und Burekas...mhhhhh! ;-)











Bei der Dance-Session (von links): Kobi, Rachelie, Dorin, Karolin.

Die restliche Woche war ich jeden Tag in Tel Aviv. Ich fange erst jetzt an, diese Stadt - meine Geburtsstadt - so richtig kennen und lieben zu lernen! Die Atmosphaere, die dort herrscht, fasziniert mich einfach! (dazu ein ander mal mehr, darueber koennte ich Romane schreiben!) Und ich habe (ebenfalls in Tel Aviv) einen deutsch-israelischen Journalisten getroffen, den ich in Deutschland kennengelernt habe. Er hat mich zum Mittagessen beim Asiaten eingeladen (irgendwie werd ich das Gefuehl nicht los, ich schreib dauernd vom Essen... aber ich bin hier auch irgendwie dauernd am Essen... ;-) und will mir eine ARD-Korrespondetin in Israel vorstellen, damit ich ihr vielleicht mal "ueber die Schulter schauen kann"!

Gestern habe ich als Security-Aushilfe bei einem kleinen Zirkus gearbeitet- war 12 Stunden auf den Beinen und die Arbeit war so langweilig und monoton! Die meiste Zeit musste ich nur 2 Notausgaenge bewachen! Und es war so wahnsinnig heiss, ich hab 3 Liter Wasser getrunken, obwohl ich normalerweise nicht mal 2 Liter am Tag trinke. Aber ich hab total nette Menschen kennengelernt - und Geld verdient ;-)!

Ansonsten bin ich zur Zeit ein bisschen... naja genervt ist uebertrieben, vielleicht eher ueberfordert. Dauernd sind 1000 Menschen um mich herum, bei meiner Oma gehn die Leute ein und aus, staendig klingeln die Telefone (meine Oma hat 2), das ist mir grad einfach ein wenig zu viel, weil ich nie meine Ruhe hab. Aber das gibt sich nach den Feiertagen bestimmt wieder.

So, bis zum naechsten Mal - ich muss nun zu meiner Oma zum Essen (schon wieder *g*!)!
Eure Rachelie

Sonntag, 1. April 2007

Pessach I

Hallo Schnuffis!


Im Moment ist bei uns viel los, denn morgen abend beginnt "Pessach", eines der hoechsten Feste des Judentums, das an den Auszug der Israeliten aus Aegypten, also an die Befreiung aus der Sklaverei erinnert. Und das bedeutet: Fruehjahrsputz. In den naechsten 7 Tagen, so lange dauert Pessach, darf nichts "Gesaeuertes" (alles was aus Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel hergestellt ist) gegessen oder im Haus aufbewahrt werden. Jeder Haushalt besitzt extra fuer Pessach eine Zweitgarnitur Geschirr, Besteck, Kochgeschirr etc., damit man in den 7 Tagen auch ja mit keinem Kruemel Gesauertem (auf Hebraeisch "Chametz") in Beruehrung kommt. Naja, und das heisst eben: Putzen, putzen, putzen! Warum das Ganze? Die Israeliten hatten damals beim Auszug aus Egypt keine Zeit zum Saeuern und Gaerenlassen des Brotes, und daran soll erinnert werden. Waehrend der 7 Tage werden als Brotersatz Mazzen gegessen, das sind dünne, nur aus Mehl und Wasser ohne Hefe hergestellte knusprige Fladenbrote (ein bisschen wie Knaeckebrot, nur mit weniger Geschmack ;-).


Morgen Abend kommen also (fast) alle "Kusennggs" zu meiner Oma und es gibt leckeren Fisch. Es ist das erste Fest seit...vielleicht zehn Jahren, das ich hier in Israel mit meinen Verwandten feiere. Und das erste ohne meinen Onkel...


Ich werde euch berichten wie es war.


Zum Abschluss noch ein Bild von der "Kusenngg"-Bande, das ist aber nur knapp die Haelfte von uns. Ich hatte heute die Idee, meine Oma zu ueberraschen und ein Photo von uns elf Jungs und Maedelz zu schiessen. Ich weiss nicht ob es je ein Bild von uns allen gab. Es wird nur sicher nicht so einfach, uns alle auf einen Haufen einzufangen... On vera.



Alles Liebe und bis bald,
Rachelie











Von links: Shimi, Rachelie, Karolin, Yakir und Dorin.