Donnerstag, 31. Mai 2007

Nachts um 2.30 Uhr, die beste Zeit um...

...ins Kino zu gehn, was sonst? ;-)
Nachdem es meiner Oma Gott sei Dank schon erheblich besser geht und nun meiner Mutter auch im Land ist, kann ich in den letzten zwei Wochen die mir hier noch bleiben (ich fliege am 15. Juni zurueck nach Good Old Germany) noch einmal richtig durchstarten.
Letzten Freitag gegen 20 Uhr fragt mich meine Cousine Dorin ob ich mit ihrer Clique weggehn will, Ort ist noch unbekannt, aber um 23 Uhr soll ich fertig sein. Gesagt, getan. Gegen halb 11 bekommen wir einen Anruf: Es geht ins Kino, "Fluch der Karibik 3", um viertel vor 12 beginnt die Vorstellung (Ich ganz begeistert: "Yuhuuuu! Fluch der Karibik ... Aber hofffentlich schlaf ich nicht ein um die Uhrzeit...."). Wir duesen los, im Kino heisst es: Es gibt keine Karten mehr, die naechste Vorfuehrung ist um 2.30 Uhr...!!! (ich wusste bisher gar nicht dass um die Uhrzeit Kinos noch geoeffnet haben) Wir cruisen weiter und klappern noch zwei weitere Kinos ab, aber dort haben die Vorstellungen alle schon begonnnen! Am Ende kehren wir wieder zum ersten Kino zurueck und warten wirklich bis um 2.30! Mit ganz viel Cola und Popcorn bewaffnet gehts also los! Gut dass mein Nebenmann (ein Kumpel meiner Cousine) mich ab und zu angestupst hat, bevor meine Augen zugefallen sind... ;-), denn 2.30 ist doch was anderes als kurz vor Mitternacht...
Hab trotzdem alles vom Film mitbekommen und um 5.30 ging's dann schon nach Sonnenaufgang und mit Vogelgezwitscher ab nach Hause und ins Bett.

Dienstag, 22. Mai 2007

Mimouna

PS: Hier noch nachtraeglich die versprochenen Bilder von der Mimouna-Feier am 9. April nach der lustigen Verkleidungssession mit original marrokanischen Gewaendern!!!





Auf dem Weg der Besserung...

Salut!
Meine Oma ist am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen worden und es geht ihr zwar schon viel besser, sie ist jedoch noch immer sehr schwach. Seit Samstag Nacht ist auch meine Mama wieder hier, um meine Oma -auch psychisch- zu unterstuezten. Mittlerweile ist auch nach vielen Formularen und Rennereien zu diversen Behoerden eine Pflegerin fuer meine Oma eingetroffen, und zwar direkt aus Indien. Joya -so heist sie- wohnt nun bei uns, also bei meiner Oma, und sie ist noch nicht mal 21 Jahre alt. Sie ist total lieb, nur leider spricht sie nur Gusarati, eine der vielen indischen Sprachen, meine Oma spricht aber Maharati. Aber die Verstaendigung klappt irgendwie, mit Haenden und Fuessen eben.
Heute abend bei Sonnenuntergang beginnt das naechste juedische Fest, "Schawu'ot". Bei diesem Fest wird an den Empfang der Zehn Gebote am Berg Sinai erinnert. Es ist schoen mal wieder all die Feiertage hier mitzuerleben. Das konnte ich zuletzt vor 12 Jahren tun, denn danach war ich immer nur waehrend der Sommerferien in ISrael, und ausgerechnet dann gibt es gar keine Feste.
Vor zwei Wochen (glaub ich... hab schon kein Zeitgefuehl mehr) fand Lag Ba'Omer statt. Der Ursprung dieses Festes geht auf einen Aufstand gegen die Römer im Jahre 135 von Bar Kochba zurueck. Kinder und Erwachsene veranstalten Picknicks und versammeln sich um Lagerfeuer. Ich hab mit meiner Cousine Dorin und ihrer Clique in einem Park in Tel Aviv gegrillt.
Heute feiert ausserdem mein Cousin Kobi seinen Geburtstag, nur leider ist er diese Woche in der Kaserne...

A bientot,
Rachelie

Mittwoch, 16. Mai 2007

Das Leben ist kein Picknick - schlechte Neuigkeiten:

Meine Oma ist am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert worden und befindet sich noch immer dort... Ihr ging es schon ab Freitag sehr schlecht, sie ist fast zusammengebrochen, denn ihr Blutzuckerspiegel ist drastisch gesunken (sie hat Diabetes). Wir mussten in der Nacht den Notarzt rufen. Samstag hatte sich ihr Zustand so verschlechert, dass wir zweimal einen Notarzt gerufen haben. Sie hat sich allerdings geweigert, ins Krankenhaus zu gehen. Am Sonntag schliesslich war sie apathisch, kaum ansprechbar und schien uns nicht zu erkennen. Ich habe sie noch nie in meinem Leben in so einem Zustand gesehen. Als wir dann einen Krankenwagen geholt haben, hat sie schon kaum noch etwas mitbekommen. Zuerst hat alles auf einen Schlaganfall hingewiesen, doch nach einer Blutabnahme hat man festgestellt, dass meine Oma wohl am Freitag einen leichten Herzinfarkt erlitten hat. Zum Glueck war es "nur" ein leichter Herzinfarkt, denn sie hatte schon 2 und es haette viel schlimmer aussehen koennen. Sie ist noch sehr schwach und noch immer ein wenig verwirrt, aber es geht ihr schon erheblich besser. Trotzdem ist es schlimm, sie im Krankenhaus mit all den Schlaeuchen zu sehen.
Wir hoffen dass sie in ein paar Tagen entlassen wird...

Sonntag, 6. Mai 2007

Mehr Meer!

Mal wieder viel passiert in letzter Zeit!
In der Woche bevor anlaesslich des Unabhaengigkeitstags kraeftig gefeiert wurde, fanden erst einmal viele Gedenkfeiern mit Schweigeminuten im ganzen Land statt. Zuerst fuer die Holocaust-Opfer, dann fuer all die gefallenen Soldaten. Ich war mit Yakir und Dorin in Tel Aviv, dort hat eine riesige Gedenkveranstaltung mit vielen bekannten israelischen Musikern stattgefunden. Dort habe ich den Buergermeister Tel Avivs, Ron Huldai, kennengelernt, nachdem Yakir ihn einfach mal angequatscht und gemeint hat, seine Cousine aus dem Ausland moechte gerne ein Photo mit ihm ;-). Peinlich... aber in Israel geht so was ohne dass dich einer bloed anschaut... Ron war auf jeden Fall sehr nett! Hier zum Beweis:


Am naechsten Tag war ich mit Yakir auf dem Soldaten-Friedhof, auf dem fuer all die verstorbenen Soldaten Gebete gesprochen wurden. Auch hier waren bekannte Gesichter zu sehen, Politiker und Armee-Persoenlichkeiten. Wir haben das Grab eines Freundes von Yakir besucht, der mit 18 Jahren, ganz frisch bei der Armee, sein Leben verloren hat. Dessen Mutter hat den Tod ihres Sohnes nicht verkraftet und ist kurze Zeit spaeter aus dem Fenster gestuerzt... Es war ein schreckliches Gefuehl die Familie am Grab zu sehen. Ueberall hingen Bilder des Jungen...
Am selben Abend gingen dann die Unabhaengigkeitsfeiern los. Es war seltsam, wie das ganze Land von einer unendlichen Traurigkeit auf einmal in Froehlichkeit umgeschwenkt ist. Aber das war eben auch der Fall, als Israel die Unabhaengigkeit erlangt hat: Freude auf der einen Seite, doch viele Opfer im Unabhaengigkeitskrieg und somit natuerlich tiefe Trauer auf der anderen Seite.
Nach dem Unabhaengigkeitstag bin ich dann mit meiner Tante Eti nordwaerts nach Karkur gefahren. Und war dort am Meer - endlich!!!
Hier ein kleiner Videogruss am Meer von mir und meiner Cousine Renen (Achtung! Sie ist schuechtern ;-):

Nach Naechten mit meiner Cousine Renen am PC, vielem Photographieren, Spaziergaengen, Shopping und einem sehr ruhigen und entspannenden Shabbat gings dann weiter in den Norden nach Haifa zum suessen Itai (wer ihn noch kennt) und seinen Eltern. Dort war ich fast jeden Tag mit Itai am Strand spazieren - er und seine Eltern wohnen naemlich so ca. 3 Gehminuten entfernt vom Meer - einfach toll!!!




Itai und ich am Aussichtpunkt auf dem Berg
Carmel. Im Hintergrund Haifa.











Aussicht auf Haifa vom Berg Carmel. Im Vordergrund die Hängenden Gärten der Bahai mit dem Schrein des Bab. (Bahaismus ist eine weltweit verbreiteten Religion, die im 19. Jahrhundert in Persien gestiftet wurde. Eva weiss darueber bestimmt genaueres ;-)







Bis zum naechsten Mal,
eure Rachelie